Kreuz und quer als Pilger durch Deutschland

Ein X an einem Baum im Wald in der Nähe von Schönstatt brachte mich im Jahr 2011 auf die Idee, im Urlaub von Nord nach Süd quer durch ganz Deutschland zu gehen. Das X steht für den Europäischen Fernwanderweg E1, der am Nordkap beginnt, durch Norwegen, Finnland, Schweden, und Dänemark führt und von Flensburg aus durch Deutschland geht. Weiter durch die Schweiz und nach Salerno im Süden von Italien. „Dieser 7000 km lange Weg führt also gleichsam an der Haustüre Schönstatts vorbei“, dachte ich, und ich beschloss, den Weg zu gehen. So war ich dann auf dem Weg. In jedem Jahr während meines Urlaubs ging ich eine Etappe weiter. Zu Nord-Süd kam Ost-West hinzu. Bis 2017. Aus der Wanderung wurde immer mehr ein Pilgerweg, so jedenfalls empfand ich das.

Während ich auf meinem ganz persönlichen Weg ging, kam das Jahr 2014 in den Blick; in dem die Schönstattbewegung ihr 100-jähriges Bestehen feierte. Als Vorbereitung auf das Jubiläum und als Geschenk an die Gottesmutter beschloss man in der deutschen Schönstattbewegung, Pilgerwege zu entwickeln und zu gehen. 2013 gab es eine richtiggehende Pilgerströmung in unserem Land. Mit einem Mal war mein Weg Teil einer großen gemeinsamen Sache. Im Sommer 2014 kam dann zum ersten Mal der Arbeitskreis Schönstatt-Pilgerwege zusammen, der sich seither regelmäßig trifft, Pilgerwege initiiert, in langwierigen Genehmigungsverfahren die Erlaubnis einholt, unsere Pilgerwege auszuschildern und dann auch Einzelne und Gruppen einzuladen, sich selbst auf den Weg zu machen. Es entsteht ein Netz von Schönstatt-Pilgerwegen in ganz Deutschland, das Schönstatt-Zentren, sowie andere Wallfahrtsorte und kirchliche sowie kulturell bedeutsame Orte miteinander verbindet. Ca. 600 km haben wir inzwischen auf diese Weise erfasst. Es ist ein Langzeitprojekt, an dem sich viele beteiligen können und noch viel mehr Menschen profitieren werden, wie wir hoffen.

Von meinem Pilgerweg durch Deutschland habe ich ein Buch geschrieben, das im September zur Feier des 50. Todestages von Pater Kentenich im Patris-Verlag erscheint. Ich berichte von meinen Erlebnissen und Gedanken und möchte gerne den Leser mitnehmen auf ein Abenteuer in unserem schönen Heimatland und gleichzeitig zum Nachdenken über unser spirituelles, christliches Erbe anregen. Und natürlich will das Buch auch Interesse wecken, sich auf den Weg zu machen. Pilgern ist unterwegs sein zu sich selbst, zu Gott und auch zum Nächsten.

 

Weitere Informationen finden Sie unter: http://lotharherter.de/

P. Lothar Herter


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